Ein optimaler Cocktail aus Gesang, Tanz und Maskerade
Wenn die Musical-Formation Bohemiens auftreten, weht Magie ins Publikum hinüber. Best-Of-Mix aus 33 Jahren im Haus der Stadt.
Düren. Besucher des Broadway und der Kultur-Boulevards der gMetropolen könnten in Düren ziemlich neidisch geworden sein: Drive, Pep, Rhythmus und anderes mehr, um das sich die Bühnen nicht immer gleichermaßen erfolgreich mühen – das alles und noch mehr präsentierten die derzeit 13 aktiven Mitglieder der Musical-Formation „Bohemien" im Haus der Stadt. In ihrer Show „Bohemien Reloaded" präsentierten die Sänger, Tänzer und Entertainer aus der Kreisstadt das Beste aus den 33 Jahren, in denen es ihre Gruppe schon gibt – sehr zum Vergnügen das Publikums, das sich bei beiden Vorstellungen das Mitsummen, -singen und -swingen nicht nehmen ließ.
Ein Schuss Charme und eine Prise Erotik
Irrungen, Wirrungen: Boulevardkomödie „Kein Sex, kein Mord – aber eine Leiche“ überzeugt mit gediegener Unterhaltung Düren. „Kein Sex, kein Mord – aber eine Leiche“: Das Stück hielt, was der Titel verspricht. Eine turbulente Handlung auf der Bühne, eine phasenweise verzwickte Handlung und eine Prise Erotik: Die Boulevardkomödie von Joan Shirley bot im Haus der Stadt Dürener und anderen Fans der Komödie gediegene Unterhaltung.
Das Ensemble, das die auf Stücke dieser Art spezialisierte Direktion Höckmann auf die Reise in die Kreisstadt geschickt hatte, erwies sich jedenfalls als im Boulevard-Metier ziemlich sattelfest. Heinz Drenker spielt den liebenswerten Lebenskünstler Bernie Anderson mit einem gehörigen Schuss Hallodri-Charme.
Riesige Bäume wirbeln um Gretel
Die Deutsche Tanzkompanie begeistert mit Märchenstück im Haus der Stadt Düren. Es war kein Weihnachtsmärchen – und dennoch lag ein Zauber über der Bühne im Haus der Stadt. Mitgebracht hat diese Magie die Deutsche Tanzkompanie, die jetzt zum wiederholten Mal in Düren gastierte. Im Gepäck der Truppe aus dem mecklenburgischen Städtchen Neustrelitz: eine Ballettversion der Humperdinck-Oper „Hänsel und Gretel“, zu der die Musik quasi als Konserve eingespielt wurde.Die Künstler, deren Haus im Untertitel „Stiftung für traditionellen Tanz“ heißt, wussten ihre alten wie jungen Zuschauer von Anfang durch fulminante Bilder von großem Zuschnitt und einleuchtender Kraft zu begeistern. Dass dem so war, hat in der Tat etwas mit den im Untertitel beschworenen Traditionen zu tun: Hier wird kaum etwas verfremdet. So entsteht in der Inszenierung und Choreographie von Eva Brehme-Solacolu ein Grad an Erkennbarkeit von Figuren und Szenerien, die besonders den Möglichkeiten und Bedürfnissen der Kinder Rechnung trägt.
Mit Charme, Sex-Appeal, Witz und Klappbühne
Landestheater zeigt „Sugar“ im Haus der Stadt Düren. Wer Billy Wilders Hollywood-Klassiker „Manche mögen's heiß“ von 1958 mit Marilyn Monroe, Jack Lemmon, Tony Curtis und anderen Leinwand-Größen kennt, kennt damit im Grunde auch den Grundstock zu Jule Stynes 1972 uraufgeführtem Musical „Sugar“. In einer Inszenierung des Landestheaters Detmold war dieses durchaus charmante und amüsante Stück nun im Dürener Haus der Stadt zu sehen.
„Spitzmäuse“ glänzen mit bravourösen Leistungen
Kindertheatergruppe der St.-Sebastianus-Schützen als „Nachwuchsbörse“. Märchen „Der Teufel mit den 3 goldenen Haaren“. Langerwehe. Auf dem Marktplatz einer kleinen, mittelalterlichen Stadt: Pierre Filusch kommt mit großer Tute und schwerer Hellebarde auf die kleine Bühne in der Kulturhalle und ruft: „Hallo Leute! Kommt her, es gibt Neues zu berichten.“ Von allen Seiten kommen kleine Bürger, und im Saal warten schon geduldig über 100 kleine und große Besucher auf das Märchen „Der Teufel mit den 3 goldenen Haaren“ – frei nach der Erzählung der Gebrüder Grimm.